Max Bill
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Zwei mal vier gleiche Teile |
Spielerischer Zauber eines unumstösslichen Kalküls. Max Bills graphische Werke gelten als Delikatesse der konkreten Kunstrichtung. Seine Bilder wollen, in den Worten Bills, auf den Betrachter aktivierend, beruhigend, konzentrierend und harmonisierend wirken. Wer seine Bilder betrachtet, wird in die Methode involviert, ist aufgefordert, wie in aller Kunst, Teile des Ganzen in unterschiedlichem Zusammenhang zu sehen. Bill klammerte, wie er selbst sagte, die Intuition aus und ersetzte sie durch Methode, Funktionalität und Effizienz. Im Vordergrund stand die Kalkulierbarkeit, das Abschätzbare, Berechenbare, letztlich das Machbare. Die Form als festumrissenes Element. Bill traute der logischen Kombination, entwickelte, weitab von aller Allusion und Assoziation den puristischen Kanon der konkreten Kunst, sein Weltbild der Harmonien und Masseinheiten. Ein Gleichklang, ein ausgeklügeltes Instrumentarium auch in diesem schönen Blatt: Zwei mal vier gleiche Teile (Druck und Edition Erker Presse St. Gallen 1980. Im Spiel der in ihrer Gesetzmässigkeit sich vergleichenden Bildfelder erlebt der Betrachter die Beweglichkeit und Auswechselbarkeit der Teile und zugleich deren Notwendigkeit, deren Funktion. |
Harmonie der Säulen |
Bill als einer der umschwärmtesten Vertreter der konstruktiv-konkreten Kunst sah in seiner Formsprache eine universelle Objektivität verkörpert. Die Säulenteile entspechen dem Goldenen Schnitt: Harmonie der Säulen von 1979, Druck und Edition Erker Presse St. Gallen. Eine Lithographie in vier Farben. Wer das Blatt längere Zeit in Augenschein nimmt, erfährt ein pulsierendes Vor- und Zurücktreten der gleichgearteten vertikalen Bahnen. Damit wird, obzwar flächig, eine Bewegung in die Tiefe offenkundig. Die Harmonia Mundi im Sinn des architektonischen Aufbaus eines mathematisch-geometrischen Kosmos, von Platon ausgehend, blieb Bills persönliche künstlerische Vision. Bill hinterliess vielfältige theoretische Schriften, auch darin blieb er ganz der Tradition des Bauhauses verpflichtet. Sein bildnerisches Raisonnieren antwortet dem Architekten und Designer wie dem Maler und Plastiker. Und man erinnert sich bei diesem Motiv der Bildsäulen aus farbigen Emailplatten (70er Jahre), des Albert-Einstein-Monuments (1979-1980) oder des gleichzeitig entstandenen Pavillons, der Säulenskulptur an der Zürcher Bahnhofstrasse. |
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Die Schachbrettbilder, die Kompositionen aus Quadraten, gehören zu einer lang gepflegten Disziplin Max Bills. 1983 wurde die Farblithographie Komposition 83 in der Edition Erker Presse St. Gallen gedruckt. Der weisse Grund wird zur festgesetzten Form, zwei übereinander liegende Rechtecke sind in prismatische Farbreihungen gebunden. Bill wusste dem zeitgemässen funktionellen Denken über diese helle Serenität die Krone aufzusetzen. Vier gleich helle, jeweils kalte oder warme Farbwerte wechseln sich in immer neuer Kombinatorik ab. Im Spätwerk gibt es verwandte Kompositionen auf Leinwand. Perfektion auf der Basis geometrischer Ordnung. Nach Hegel die höchsten Interessen des menschlichen Geistes: Farbe, Volumen, Fläche, Raum. 1979 war die Suite 'Sieben Verschiebungen im gleichen System' erschienen, hier sind es drei liegende Rechtecke. Eine Art des anagrammatischen Bauens, wo aus den immerselben Buchstaben, neue Wörter kombiniert werden. |
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