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Max Bill

Motto: Delikatessen eines Protagonisten der konkreten Kunstrichtung: Max Bill

Zum Werk von Max Bill

Max Bill war einer der grossen Protagonisten der konkreten Kunstrichtung. Den Begriff hatte Theo van Doesburg festgelegt. Konkret nennt sich diese Kunst, weil sie mit festen Formen umgeht, die für sich selber stehen, an keine Naturvorstellung anlehnend, nicht abstrahierend. Grundformen, mit denen umgegangen wird, den Bildplan gliedernd, variierend, bauend. Von daher der konstruktivistische Anteil.

Das Wirken Max Bills darf als bekannt vorausgesetzt werden, ein paar Stichworte zum Umfeld: Ende der 20er Jahre beschäftigte Bill die Begegnung mit Werken Piet Mondrians (DeStijl-Gruppe) und Moholy-Nagys (russischer Konstruktismus), die im Bauhausunterricht gezeigt worden waren. In den 30er Jahren sah man in der konkreten konstruktivistischen Kunst die konsequente Fortsetzung der Bauhaus-Satzungen. Mit aller Nachhaltigkeit wurden diese umgesetzt, auch im Ausland (Vantongerloo, Albers). Ob sich die konkrete Kunst auf die Malerei oder das industrielle Design oder die Architektur verlegt hatte, die handschriftliche intuitive Geste blieb konsequent ausgeschlossen. Die Konkreten sahen sich: 'Scharf unterschieden von allen Wachstumsformen als reine menschliche Schöpfung.' Kinder ihrer Zeit blieben sie auch in den vom ungebrochenen technischen Fortschrittsglauben geprägten 60er Jahren. Das Konstruktivistische übte eine stimulierende Rolle auf Kinetik, Op-Art und die ars multiplicata aus, fand Ausdehnung in Werbung und Informatik.

Bill schuf seinen formalen Denkkanon, der ein Schönheitsideal zu vertreten wusste, das sich aus den Gesetzen von Form und Abfolge, von Farbe und Klang, von Verhältnis und Mass erwirkte.

Die Bauhaussatzungen reichen zurück auf die Satzungen des Deutschen Werkbundes. Max Bill verlieh dem konstruktiven Erbe auch in der Schweiz Nachhaltigkeit. Rückblickend auf Itten, Taeuber-Arp, wurde Zürich in den 40er Jahren zum Empfänger der konkreten Kunstauffassung. Die Zürcher Schule der Konkreten bildete sich über Max Bill, Camille Graeser, Verena Loewensberg, Richard Lohse. Anwendung und das geistig Schöne gingen einen Pakt ein und prägten die Gebrauchsgraphik in der Schweiz.

Nach der Rückkehr aus Deutschland, 1929, hielt Bill vor allem Kontakte zu Frankreich. 1935 hatte er, 25jährig, erstmals in Paris an einer Ausstellung teilgenommen. 1938 zeigte Bill in Paris seine '15 Variationen über ein Thema' und die Begegnung mit Marcel Duchamp und dessen 'roto-reliefs', vermittelt von Antoine Pevsner, gediehen ihm zur Bestätigung seines eigenen Wegs. Bill arbeitete mit dem Begriff der Farbquanten. Sein Blick für Perfektion in allen Teilen und die wohlerwogene ästhetische Balance kennzeichnen sein Schaffen auch in der Druckgraphik bis zuletzt. Die Flächigkeit der graphischen Mittel und Reproduzierbarkeit kamen Bill entgegen. Dies spiegelte sich in seiner Malerei und seit den Anfängen in seiner Plastik, in seinen Kuben, Kugelformen und Säulen. (ek)


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Letztes Update: 31.03.08;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

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