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Joan Miró

Das Angebot des Grafos Verlags

  
Ocell de l'Albada
  

Das Ausstellungs-Plakat mit dem Motiv einer Morgendämmerung, Ocell de l'Albada (Wvz 625), fällt auf. Die Farblithographie erschien anlässlich der Präsentation einer bibliophilen Edition 'Les Essències de la Terra',1969. Es ist der Ruf des Vogels am Morgen. Er ruft und erlöst die Nacht. Der Schriftzug Miró ist im Plakatmotiv mit einkomponiert (Wvz 625), eines der frühesten Blätter dieser Auswahl im Grafos Verlag.

  

  
Barcelona III
  

Ein überaus frisches Blatt ist Barcelona III (Wvz 995), 1975, aus der Barcelona-Folge zu Texten von Pere Gimferrer mit dem Titel: Un Camí compartit/ Ein gemeinsamer Weg. Hier kommt Malerei und Zeichnung und die Freiheit ihrer Anwendung zur Geltung. Ein frisches bis zum Blattrand komponiertes Querformat von grosser Suggestivkraft.

 

  
El Barça
  

Interessant vielleicht die Feststellung: der Stier, der Stolz der Spanier, tritt nicht in Mirós Werk auf. Dieses nationale Emblem widersprach Mirós Vision der Gewaltlosigkeit zutiefst. An seine Stelle trat ein anderes Volksereignis: der Fussball. Hier kommt einb lokaler Patriotismus zum Zug. Bei El Barça, 1974 (Wvz 931), handelt es sich um kein Schiff, wie zu vermuten wäre, sondern um einen Fussballclub: den namhaften Futbol Club Barcelona. Zu dessen 75. Jubiläum (1899-1974) schuf Miró eine Lithographie für ein Plakat, in der Tat ein aussergewöhnliches Blatt, das jeden Fan beglücken würde.

 

  
Bunte Kavalkade
  

Eine einzelne wunderschöne Lithographie: Bunte Kalvalkade wird das Blatt genannt. Damit liesse sich der Streifzug durch die Welt Mirós beginnen. Mit den Worten Leiris: 'Mirós Malerei ist in einem fein und elementar. Alles ruht auf der Qualität des Striches, der Spur, dem Zauber der Farben. Es gibt nichts zu erklären vor dieser Malerei, als dass sie nichts erklären will'.

 

  
Homenatge a Gaudí




Vol espacial

  

Im Angebot sind auch mehrere Druckgraphiken, die anlässlich der Ausstellung Hommage an Gaudí in der Galería Maeght, Barcelona, 1979 erschienen sind. Homenatge a Gaudí (Wvz 1188) wurde 1979 zum Plakatmotiv. Ein weiteres Blatt bildete die Einladung und wurde vor der Beschriftung als Lithographie verlegt (Wvz. 1189). Die beiden ebenfalls überaus typischen Blätter: Gos i Ocell (Hund und Vogel) (vergriffen) und Vol espacial (Raumflug oder Sphärenflug) (Wvz 1186-1187) wurden zum selben Anlass von der Galería Maeght ediert und von Damià Caus, Barcelona gedruckt. Zu diesem Umkreis gehören auch die Blätter im Gedenken an Gaudí Nr. VI und Gaudí Nr. XIV mit sehr schönen Prägestrukturen der Hintergrundgestaltung unter Einbezug des Papiers. Der exzentrische, avantgardistische, 1852 in Tarragona geborene, 1926 in Barcelona verstorbene Architekt Antonio Gaudí war für die aufbrechende Moderne der Jahrhundertwende von unglaublicher Bedeutung. An der befreienden Formenwelt seiner Häuser, Kirchen, aber auch seiner Parkanlagen und Plastiken ging keiner der angehenden Künstler ohne Staunen vorbei. Gaudí gab mit seinen Gesamtkunstwerken Impulse und spielerische Bestätigungen für eine ganze Generation. Es ist als hätte er das fast Unmögliche, das Utopische versucht. Seine Architektur ist dem spanischen Jugendstil zuzuordnen, erwuchs aus der katalanischen Gotik und dem Churriguerra Stil, und wuchs zu einer fast halluzinatorischen Formfreiheit, die sich als neukatalanischer Baustil niederschlug. Mirós Form- und Farbgestaltungen könnten durchaus den gebauten Organismen Gaudís entsprungen sein. Sie rufen jedenfalls die Geister des Park Güells wach. Diese Blätter sind zugleich eine Hommage an Barcelonas Seele und Kultur, worin die Kunst Mirós wie der Pulsschlag der Sardanas zu einem einzigen Herzstück geronnen sind.


Gaudí Nr. VI

Gaudí Nr. XIV
  

  
El Dançaire



L'abella somniadora
  

El Dançaire (der Tänzer) (Wvz 1183) beispielsweise (ein Hochformat) ist eines jener lebhaften, hellen und dynamischen Blätter, das alle Attribute der Kunst Mirós auf sich trägt. Die Felder aus reinen Farben, vom Pinsel gezogene dunkle Lineamente, die Strichknäuel und Kritzel, Automatismen, Stern und Assoziation. Grosszügige, starke Kunstwerke begegnen einem in diesen späten Lithographien von 1978/ 79. Hier sammelt sich die Quintessenz eines künstlerischen Kosmos. El Dancaire (der Tänzer) und Träumende Biene (l'abella somniadora, Wvz 1179), Personatge i Estel VI und Personatge i Estel I, der Figur unter den Sternen von 1978/79, genauso das berührende Blatt, wo das grosse Auge, das kleine Auge betrachtet vor lebendigem Hintergrund: Vater und Sohn (Pare i Fill, Wvz 1189), Verlag der Galerie Maeght. Diese Galerie hat den Künstler während der letzten vierzig Schaffensjahre immer wieder zu begleiten gewusst und ist Garant für die Qualität der Blätter im Angebot des Grafos Verlages Vaduz.


Personatge i Estel VI

Personatge i Estel I

Pare i Fill

  

  
Melodie Acide Nr. 1



Melodie Acide Nr. 2

  

Die Melodie Acide (von 1980) zeigt sich im Werkverzeichnis als eine Folge von 14 Lithographien (Wvz 1212-1225), Motiv, das ein Thema variiert. Wer genau hinsschaut, sieht den Tanz der Figuren, hört Gesang, Musik - in Stein geätzt. Von Miró weiss man, dass er die Musikinstrumente der Balearen, kleine keramische Pfeifen in Form von Figurinen, sehr liebte. Fast möchte man glauben, etwas davon sei in die Melodie Acide hineinverwunschen worden. Es klingt und singt und tanzt.

Es ist typisch, dass durch alle Blätter eine sich verwandelnde Form den Leitton gibt. Die Auflockerung der festeren Verstrebungen geschieht durch Tupfer und Kringelknäuel. Es ist als wäre der Künstler am Schluss nochmals mit dem Bleistift über die Drucke gefahren, so differenziert original wirkt die Drucktechnik in ihrer feinen Materienbeschaffenheit. Ein eher kleines Blattformat, das eine grosse Ausstrahlung hat. Acide bezieht sich auch auf die angewandte Technik der Lithographie, denn die Säure, die sich in den Stein einätzt, schafft letztlich die Form für die Farben, bringt sie zum Klingen. Das ist die Melodie, gedruckt von La Polígrafa Barcelona 1980.

Nr. 1, Nr. 2, Nr. 8, Nr. 12, Nr. 13 sind noch signiert im Angebot erhältlich.


Melodie Acide Nr. 8

Melodie Acide Nr. 12


Melodie Acide Nr. 13

  

  
Tapís de Tarragona Nr. 1



Tapís de Tarragona Nr. 2



Tapís de Tarragona Nr. 3



Tapís de Tarragona Nr. 4

  

aus dem Zyklus Tapis de Tarragona

Mirós Atelier stand lange Zeit in Montroig, in der Provinz von Tarragona. Miró webte dort im übertragenen Sinn an seinem Lebensteppich, seinem bildnerischen Kosmos. In den einzelnen Lithographien aus der Suite des Tapís de Tarragona, (Wvz Cramer Nr. 872-881) ehedem zu Texten von Rafael Orozco, Maria Lluïsa Borràs und Joseph Royo (1972), spricht vor allem ein breites Lineament in warmem Schwarz, das auf frei gesetzte Farbformen überwechselt. Das ist der Teppich Tarragonas. Diese Lithos gleichen in ihrer Beschaffenheit Temperabildern und haben deren Frische. Die Druckgraphik, von der berühmten Sala Gaspar in Barcelona verlegt, fasst sich in einem mittleren Kleinformat meist horizontal. Über den Grafos Verlag erhältlich sind noch folgende Blätter: Nr. 1 Hochgesang. der Freude (Wvz Cramer 874); Nr. 2 (Wvz Cramer 875); Nr. 3 Kosmische Umarmung (Wvz Cramer. 876); Nr. 4 Diagnostik; Nr. 5 Heilende Kraftströme /Arpegi vital (Wvz Cramer 878); Nr. 6 Communicacio (Wvz Cramer 879); Nr. 7 Els Angels (WVz Cramer 880); Nr. 8 (Cramer Wvz 881); Nr. 10 Els Cinc Elements (Wvz Cramer 873), hierzu gehört als ein besonderes Blatt auch der Zikadengesang (Wvz Cramer 685), ein Blatt mit Aura. Die Blätter sind numeriert und mit Atelier-Reliefstempel von MIRÓ versehen und 1972 verlegt worden.


Tapís de Tarragona Nr. 5


Tapís de Tarragona Nr. 6


Tapís de Tarragona Nr. 7

Tapís de Tarragona Nr. 8

Tapís de Tarragona Nr. 10

Zikadengesang

 

  

  
Melodie am Morgen



La Siesta de Venus



Springinsfeld
  

 

Maravillas en el jardin de Miró

Die grossen Zyklen der Farblithographien setzen sich fort in den Maravillas con variaciones acrósticas en el Jardín de Miró (Wvz Cramer 1051-1072), Lithographien zu einem Text von Rafael Alberti 1975; im Angebot des Grafos Verlages Vaduz sind noch folgende Titel erhältlich: Melodie am Morgen (Wvz Cramer1069); 14 La Siesta de Venus (Wvz Cramer) 1069); 15 Springinsfeld, Blatt aus einem Zyklus zu Gedichten von Alberti (Wvz Cramer 1063); 16 Zauberflöte (D.A.) (Wvz Cramer Nr. 1065); 17 Sardana Tanz (.D. Mond) (Wvz Cramer 1067); 19 Los Vientos Cantados - Heiterer Flug (Wvz Cramer 1057); 20 Frühlingszauber Miró arbeitete zwar immer im Atelier, seine Eindrücke aber kamen von draussen. Wir wissen, wie bedeutsam ihm das Kleinstleben in den Wiesen und im Garten war. Die Wunder des Gartens als eine Folge ist von grossartiger Transparenz und Limpidität, das Fliessen der Tusche, die Spur des Pinsels, des Stifts. Und immer im Bewusstsein der planetarischen Existenz, endet der Horizont erst bei den Sonnen, Monden und Sternen, im labilen Gleichgewicht des Zyklischen. Die Blätter wurden 1975 von La Polígrafa, Barcelona, gedruckt und von der Sala Gaspar verlegt. Heute im Angebot des Grafos Verlages Vaduz.


Zauberflöte

Sardana Tanz

Los vientos cantados

  

  
Rupestres Nr. X

  

Rupestres Nr. I _ XVII

Mit den Rupestres von 1979 gelangen wir zu einem Höhepunkt der Miró'schen Radierkunst. Die Zusammenarbeit mit dem Taller Barbarà 46 in Barcelona (verlegt von Maeght) darf auch als ein Glücksfall bewertet werden. Die Druckkunst ist von grosser technischer Vollkommenheit. In diesen Blättern findet Miró zu einer Lösung, die Bild und Wand, Malerei und Zeichnung eins werden lässt und wo Felsbilder (Rupestres) und die Ausdruckskaft von Mauerbildern (Sgraffiti) wachgerufen werden. Es sind grossformatige Blätter von 76 x 56 cm. Die ein Leben lang gepflegte freie Geste kommt aufs Überzeugendste zum Zug. Aber auch das Unberechenbare und Dämonische wird evoziert. Die Farbe tritt sparsam auf und ist von einem Rechteck gehalten. Rupestres, Felszeichnungen unseres künstlerischen Jahrhunderts - und Zeugnis für die ungebrochene schöpferische Kraft eines genialen über achtzigjährigen Künstlers


  

Rupestres Nr. IV


Rupestres Nr. V

Rupestres Nr. VI


Rupestres Nr. VII

Rupestres Nr. VIII

Rupestres Nr. IX

Rupestres Nr. II

Rupestres Nr. XI

Rupestres Nr. XII

Rupestres Nr. XII

Rupestres Nr. XIV



Rupestres Nr. XV



Rupestres Nr. I



Rupestres Nr. XVII

 


  


Commedia d´arte Nr. I



Commedia d´arte Nr. III


Commedia d´arte Nr. IV

  

La Commedia d'arte.

Verwandt mit den Rupestres, und doch ganz anders, sind die Blätter aus dem Angebot des Grafos Verlages zu La Commedia d'arte 1978/79. Ebenfalls von Maeght Barcelona verlegt und vom Taller Barbarà gedruckt. Fast in jedem Blatt tritt eine bestimmte Farbe zusammen mit den expressiven dunklen Formgebilden auf, Grün, Blau, Gelb oder Grau. Zirkus, Ballerinen und Bühnenbilder für das expressive Theater hatten Joan Miró schon zu Anfang seiner künstlerischen Entwicklung sehr beschäftigt, und viele Zeichnungen und Bilder belegen das.

Beruhend auf früheren Zeichnungen hatte der über Achtzigjährige auch Bühnenbilder zu Ubu Rey geschaffen, und wie jenes Theater will die Commedia d'Arte Stärken und Schwächen des Menschen in Szene setzen. Des Königs Narr, der seiner inneren Stimme folgt, ist nicht ohne Weisheit, so wie der Clown nicht ohne Tragik ist. Sechs grosszügige Einzelblätter, Farbradierungen, die einer öffentlichen wie einer privaten Sammlung gut anstehen.


Commedia d´arte Nr. V

Commedia d´arte Nr. VI

Commedia d´arte Nr. VIII

  

  
Lapidari Nr. 28 Coral



Lapidari Nr. 29 Safir



Lapidari Nr. 30 Balays

  

Lapidari

Zum Abschluss die Lapidari Nr. 28 - 38: auch dies ein Höhepunkt. Hier führt uns Miró nochmals sein limpides Verhältnis zur Ausdruckkunst der expressiven Linie vor. Es gibt in früheren Blättern erschütternde Beispiele, wo eine Linie den schlafenden Vogel verkörpert, eine andere den zu Tode Verurteilten. Die Sprache der Linie ist universal - und Miró hat wie wenige Künstler etwas vom Geheimnis der Kunst in diesen späten Graphiken offenbart: Die Linie als das Urphänomen der Zeichnung - und der Farbfleck als Kern aller Malerei. Die drucktechnische Leistung durch das Atelier Barbarà Barcelona (verlegt von Maeght) machen diese Blätter zu den begehrenswerten Kostbarkeiten jüngster Kunstgeschichte. In dieser späten Graphik hat Miró seine Auseinandersetzung mit dem Informel auf seine Weise nochmals zur Synthese gebracht. Die Radierungen haben Namen erhalten, die das Geheimnis zu wahren wissen: Coral, Safir, Balays, Marquesita, Ceranius, Aquilius, Estopaçi, Berill, Magnete, Calcedonia, Girgonça. Es ist ein befreiter Raum, was einem hier entgegentritt, und zugleich die Frucht eines langen Lebens. ek

  

Lapidari Nr. 31 Marquesita


Lapidari Nr. 32 Ceranius


Lapidari Nr. 33 Aquilius


Lapidari Nr. 34 Estopaçi


Lapidari Nr. 35 Berill


Lapidari Nr. 36 Magnete


Lapidari Nr. 37 Calcedonia


Lapidari Nr. 38 Girgonça


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Letztes Update: 31.03.08;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

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