Grafos Home Künstlerliste Graphikliste Max Ernst Sein Schaffen Kommentare zur angebotenen Graphik


Vorheriger Künstler (Piero Dorazio) Nächster Künstler (Ludwig Gebhard)

Max Ernst (1891-1976)

Biographische Notiz

1891 am 2. April in Brühl bei Köln geboren. Als Student in Köln beginnt Ernst das Studium der Altphilologie, sein Interesse für Kunst und Literatur wird jedoch entfacht, angeregt durch die Sonderbundausstellung 1912 in Köln und die Freundschaft mit August Macke (um 1910/11). Er wird mit dem 'Blauen Reiter' bekannt gemacht, mit Apollinaire und Delaunay. Begegnet Georges Grosz und Wieland Herzfelde. Beginn der Freundschaft mit Hans Arp. Teilnahme am 1. Weltkrieg in Frankreich und Polen. Eine Lebenszäsur, der seinen Entscheid, den Weg der Kunst zu gehen, noch vertiefte. 1918 heiratet er die Kunsthistorikerin Luise Straus. 1919 Besuch bei Paul Klee. Arbeitet 1919 an seinen ersten Übermalungen, Klischeedrucken und Collagen, wagt sich in die Mixed-Media vor. Mit J. T. Baargeld und Hans Arp Begründer der Kölner Dada-Gruppe. 1921 Einladung von André Breton, Freundschaft mit Tristan Tzara, Sophie Taeuber und Hans Arp in Paris. 1922 Übersiedlung dahin. (Es ensteht der Collage-Roman zu Paul Eluards Texten Les Malheurs des immortels. 1923, weitere bibliophile Editionen zu Gedichten Eluards). 17 Wandbilder in Eluards Haus in Eaubonne (sie werden in den 60er Jahren wiederentdeckt und ausgestellt). 1925 entwickelt Ernst die Frottage-Technik (wie sie während des ganzen Werkprozesses bis in die späte Graphik hinein Verwendung gefunden hat). In diese Zeit fallen die 'Histoire Naturelle', die 'Vogelbilder', die 'Wälder', 1926 die Bühnenbilder für Serge Diaghilew. Zusammenarbeit mit Joan Miró, dann mit Luis Buñuel, Salvadore Dalí im Film l'Age d'Or. 1927 Eheschliessung mit Marie-Berthe Aurenche. 1929 Collage-Roman 'la Femme 100 Têtes' Erste Ausstellung 1931 in New York. In Maloja bei Alberto Giacometti (1934). Collage Roman 'Une Semaine de Bonté'. 1936 beginnt mit der Decalcomanie Technik - eine Art Abziehbilder. 1937 Dekoration zu 'Ubu Enchaîné' von Alfred Jarry. Derweil werden in Deutschland die Arbeiten von Max Ernst konfisziert. Ernst verbindet sich mit Elionora Carrington und lässt sich 1938 in Südfrankreich, Saint-Martin dArdèche, nieder. 1939 interniert, durch Fürsprache Eluards wieder freigesetzt. 1940 erneut Konzentrationslager in Aix-en-Provence - zwei Fluchtversuche. 1941 Emigration in die USA nach New York. Heirat mit der Kunstsammlerin Peggy Guggenheim. 1942 Beginn der Ausstellungsaktivitäten in den USA. Freundschaft mit den ebenfalls emigrierten David Hare, André Breton, Marcel Duchamp und anderen. 1944 arbeitet er an neuen Plastiken. 1942 begegnet er der Künstlerin Dorothea Tanning, 1946 schliesst er mit ihr den Bund fürs Leben, sie ziehen nach Sedona (Arizona). 1948 schreibt Ernst sein Traktat 'Beyond Painting'. 1949/50 besucht er erstmals wieder Europa. 1951 Retrospektive zum 60. Geburtstag - in Brühl bei Köln (die ihm später dargebotene Ehrenbürgerschaft lehnt er jedoch ab). Gastvorlesungen auf Hawai. 1953 Rückkehr nach Paris. Ausschluss aus dem Kreis der Surrealisten. 1954 an der 27. Biennale von Venedig erzielt er den 1. Preis, was ihm auch finanziell auf die Füsse hilft. 1955 Niederlassung in der Touraine. 1958 erwirbt Max Ernst die französische Staatsbürgerschaft. Zum 70. Geburtstag folgen umfassende Ausstellungen und Ehrungen, u. a. Tate Gallery London, Wallraf Richartz Museum Köln. 1963 mit seiner Frau Dorothea Tanning in Seilans, Südfrankreich. Retrospektive auch im Kunsthaus Zürich. 1964 erscheint sein Graphikzyklus Maximiliana, ein bedeutendes Werk. 1968 Bühnenentwürfe, Brunnen für die Stadt Ambois. 1975 Retrospektive im Solomon Guggenheim Museum in New York. Galeries Nationales du Grand-Palais Paris, 1975 erscheint der Oeuvre-Katalog Spies/ Leppien. Das graphische Werk. Band I und II - Werke 1906-1925. Max Ernst stirbt am 1. April 1976 in Paris. ek

(*) Literatur-Hinweis:
Joachim Büchner: Max Ernst. Das graphische Oeuvre. Werke aus der Sammlung des Sprengel Museums Hannover 1990.
Lothar Fischer: Max Ernst in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt 1993;
Max Ernst da colezioni francesi e italiane Skira Milano 1996;

Werkverzeichnis:
Spies/ Leppien/Metken: Max Ernst. Oeuvrekatalog. Das graphische Werk. Menil Fountation und DuMont Schauberg Texas/Köln 1975 - in 5 Bänden: 1906-1925 (1975), 1925-1929 (1976), 1929-1938 (1979), 1939-53 (1987).

(*) Anmerkung:
Literatur-Hinweise sind nicht in Rangordnung zu verstehen, sondern als von der Autorin mitreflektierte Publikationen.
Werkverzeichnisse, bzw. Oeuvrekataloge sind, wenn bekannt, genannt und korrespondieren mit den Angaben, die dem Verzeichnis beigegeben sind.

Letztes Update: 31.03.08;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

Vorschläge, Kritik und Anmerkungen bitte an: !