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Joan Barbarà

Motto: Das graphische Schaffen von Joan Barbarà ist geprägt von einer grossen Erfahrung und getragen von der Neugier am Experiment.

Zum Werk von Joan Barbarà

Joan Barbarà, hat für namhafteste Künstler gedruckt, von Miró bis Beuys, von Tapiès bis Schumacher, für Hartung und Schultze, und viele katalanische Künstler verdanken ihm die hohe Qualität ihrer Radierkunst. Die katalanische Kunst legt mit ihrer ungewöhnlich starken Künstlerschaft die Latte in der Tat hoch. Joan Barbarà ist ein Alchimist in der Technik der Radierkunst, von der Radierung, den samtenen Aquatinten, von Poupée bis zum expressiven Carborundum. F. Herlt: 'Schon in Paris weckte Barbarà mit seiner Meisterschaft in der Behandlung der Kupferplatte bei grossen Kollegen Aufmerksamkeit wie Dunoyer de Segonzac, Miró, Braque, Chagall, Dalí, Picasso - und es entwickelten sich lebenslange Freundschaften.' Das drucktechnische Spektrum reicht von den chromatischen Klängen des nuancenreichen noblen Schwarz bis in die lebendigsten Farben und Farbsinfonien. Das hohe handwerkliche Können, der drucktechnische Rang und der Blick des Radierers wie des Malers sind daran beteiligt, wenn der Kupferdrucker den Künstlern die Wünsche von den Augen abliest.

Sein druckgraphisches Schaffen

Ist es verwunderlich, dass über die Jahre immer wieder der Wunsch gereift ist, eigene Werke in die von ihm ein Leben ausgeübten Techniken umzusetzen? Die Freude am Stillleben und Ornament, die Lust an der Malerei. Was ihn anspornt: ein Ausreizen der drucktechnischen Gesetzmässigkeiten bis zur Verwischung der Grenzen zwischen Malerei und Druckgraphik, zwischen Collage und Monotypie. Das trifft für das prozessuale Vorgehen beim jüngsten Radierzyklus von 1995 'Negre sobre Negre' besonders zu, wo das Motiv von einem aktuellen Umstand genährt wird: der Brand des Gran Teatre del Liceu in Barcelona. Die Ruinen des Theaters werden zum Motiv und prägen den drucktechnischen Vorgang. Ein Spiel der Strukturen und der eingeätzten Zeichen, die Tiefe des Feuers im Schwarz. Das gestalterische und drucktechnische Vorgehen enthält ein Sich-Aufzehren der kupfernen Trägerplatten. Joan Barbarà hierzu: 'La planche devient une ruine.' Barbaràs Graphiken sind geprägt von einer enormen Erfahrung und getragen von der Neugier am Experiment. Er ist in Anbetracht all der grossen Einflüsse bildnerisch sich selbst geblieben, auch wenn seine Werkentwicklung Veränderungen durchgemacht hat. Auch im Bereich der Bibliophilie hat er sich bald profiliert. Sein Metier als Drucker und seine Kunst geben sich zuweilen die Hand: 1988, anlässlich einer Ausstellung von Graphiken Antoni Tàpies' im Museum Empordà, unterhält Barbarà einen Workshop und führt informelle Gesprächsrunden zur Kunst des Druckens, wie er das oft getan hat. Im selben Museum (siehe Katalog zur Ausstellung Joan Barbarà, Museu de l'Empordà, 1991) zeigte der Künstler das Buch 'Empúries - Inici d'un retorn d' Alexis Eudald-Solà', des Figueraners Enric Pujol, eine Serie, die Barbarà 1991 geschaffen hat, begleitet von Malereien aus dem Jahr 1992, es sind Motive des Alltags: Teller, Vasen, Früchte, unterschiedlich arrangiert zum Stilleben . ek


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Letztes Update: 31.03.08;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

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