|
|
Rudolf Belling (1886-1972)
Biographische Notiz
Der deutsche Bildhauer Rudolf Belling wurde am
26.8.1886 in Berlin geboren, gestorben ist er in Krailling bei München am 9. 6. 1972;
Vertreter
der abstrakten Plastik, in die er früh vorstösst, anfänglich von Archipenko
und den Futuristen beeinflusst, entsteht mit dem Dreiklang 1919 wohl
die erste abstrakte Plastik in Deutschland, es folgen weitere Hauptwerke der
expressiv-abstrakten Kunstrichtung. In den 20er Jahren vermehrt
konstruktivistische Anteile, mit seinen Köpfen bahnt er sich einen Weg zum Neuen
Realismus, zur Neuen Sachlichkeit. Im Nationalsozialismus
wird er zum entarteten Künstler, ein Grossteil seines Werks wird vernichtet. 1937
Auswanderung nach Istanbul. Von 1952-1965 Professur an der
dortigen Kunstakademie. In seiner türkischen Zeit entstehen vor allem Porträts.
Erst 1966 kehrt Belling nach Deutschland zurück. Er realisiert
noch im Alter monumentale Auftragsarbeiten und wird mehrfach geehrt. Neben seinem
bildhauerischen plastischen Werk ist auch das
zeichnerische, graphische Oeuvre von Bedeutung.
Nach dem Krieg nahm Belling seine
Ausstellungsaktivität wieder auf, 1956 im Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen, in den
folgenden Jahren in
den Galerien Gurlitt, München, Vömel, Düsseldorf, Ketterer,
München; 1968 Städtische Kunstsammlungen, Ludwigshafen. Eine seiner letzten
Ausstellungen zu Lebzeiten war jene 1971 in der Neuen Nationalgalerie, Berlin (West) und in
der Galerie im Erker, St. Gallen. Zu den
Austellungen erschienen Kataloge.
Rudolf Bellings noch erhaltene Werke befinden sich
heute in Museen von New York, Wien, Essen, Hamburg, Pasadena, Kaiserslautern,
Wuppertal und in Privatsammlungen. Der Nachlass wird in München von Bellings
Tochter betreut. ek
(*) Literatur-
Hinweis:
Rudolf Belling. Plastiken, Zeichnungen, Lithographien.
Katalog zum 80. Geburtstag des Künstlers. Galerie Wolfgang Ketterer München
1967;
Künstler unserer Zeit Band XVII, J.A. Schmoll
gen. Eisenwerth: Rudolf Belling.
Erker Verlag St.Gallen 1971
(*) Anmerkung:
Literatur-Hinweise sind nicht in Rangordnung
zu verstehen, sondern als von der Autorin mitreflektierte Publikationen.
Werkverzeichnisse, bzw. Oeuvrekataloge sind,
wenn bekannt, genannt und korrespondieren mit den Angaben, die dem Verzeichnis
beigegeben sind.
|
|