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Michael Byron

Motto: Denn, wie er sagt: 'A reality is another time and another place. Michael Byron.

Zum Werk von Michael Byron

Autobiographische Erinnerungen, Reisen durch die innere wie die äussere Vorstellungswelt kennzeichnen Byrons Werk. Zugleich liebäugelt der Künstler mit der traditionellen Commedia dell'arte und mit Figuren oder Formen der Alltagskultur. Bizarre, theatralische Szenen finden sich in seinem Frühwerk (wenn man bei einem noch so jungen Künstler von einem Frühwerk schon sprechen kann). Eine zumeist unheimliche, surreal-satirische Welt, die sich selbst entlarvt. Die historischen Bildzitate nimmt Byron aus der Literatur, aus Zeitschriften. In einem Gespräch (vgl. obiger Katalog), das Karel Schampers mit dem Künstler im Juni 1991 führte, antwortete Byron auf die Frage, ob seine Kunst als Reaktion auf die abstrakte oder konzeptuelle Kunst zu verstehen sei: Er sähe nicht ein, weshalb das Vorangegangene abgelöst oder gar zurückgewiesen werden müsse, diese Sicht der Dinge und die Art der Fragestellung seien ihm fremd. Die künstlerische Tätigkeit und der Wirkungskreis sei in keinem weiteren Rahmen zu sehen als eben im eigenen. 'Da sind immer gleichzeitige Bewegungen', erläutert Byron, ' z.B. hat der Strang der Symbolisten seit Ensor oder Nolde bis heute nicht abgerissen.' Byron stehe zur narrativen Kunst. 'Ich habe Malerei immer als ein erzählerisches Medium betrachtet. Wenn sie sich zu vermitteln versteht, ist sie erfolgreich. Malerei bleibt ein optimistisches Abenteuer.' (Übersetzt aus dem Englischen, Katalog siehe oben). Byron stellt somit das Kommunikative in die Mitte seiner Kreationen. Er bezieht den Betrachter aktiv mit ein, will dessen Vorstellung stimulieren.

In den 80er Jahren entstanden Zyklen rund um das Motiv des Dr. Faust.

Eine reich bebilderte ausschmückende Malerei bekundet sich als mixed Media schon in den Titeln wie 'Saint Valentin's Day heart' oder 'Die rote Wunde in Margaretes Brust. Brahmanische Häupter' und 'Pagen auf Mondlandschaften' auf verlorenen Inseln wie in der 'Walpurgisnacht' von 1987/88. Die Personendarstellung kippt von einem realistischen Aufbau hinüber ins Visionäre, bricht auf doppeltem Boden durch. Byron weiss sein Fernglas anzusetzen, um damit modische Merkmale unterschiedlicher Jahrhunderte auf sein Bild zu bannen, das Spektrum reicht von der asiatischen Puppe bis zur Hollywood-Diva unserer Tage.

Byron sieht sich als Symbolist, vom Surrealen will er sich abgegrenzt wissen. Denn, wie er sagt: 'a reality is another time and another place. Der Symbolist versucht die reale Erfahrung symbolisch und bildhaft zu deuten, zu übersetzen. ' Und so gibt es immer wieder diese fast meditativen Bildwesen und Blätter wie sie in diesem, von Grafos verlegten Farb-Radierung zutage treten. Und es wird neugierig machen, wie sich das Werk des Künstlers noch verwandeln wird. ek

Letztes Update: 31.03.08;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

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