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Ludwig Gebhard
Motto: Eine durch die Moderne ins Bewusstsein
getretene Gestaltung der Fläche
Zum Werk des
Graphikers, Malers und Plastikers Ludwig
Gebhard
Das frühe Werk der 70er Jahre und auch das spätere Werk der 80er Jahre
schliesst die organische Form nicht aus, im
Gegenteil, hier mündet Gebhard in der Neuen Figuration, wie Antes sie verstanden hat.
In Gebhards Figurenbildern
wird die Geometrisierung virulent, Herz und Hirn werden durch Ziffern oder Verkehrstafeln
ersetzt. In seinen Ölbildern
schreitet die Abstraktion voran, bis der konstruktivistische Anteil die organischen Formen, die
Zyklopen und
Kopffüssler für eine lange Werkperiode ganz verdrängt. Die Kunst der
Kubo-Futuristen bleibt das Ausgangspotential.
Gebhard meidet das Erzählende, Illustrative, und auch 'jeden Naturalismus der
Oberfläche', eher sucht er die dekorative
klare Form. Gebhard pflegt die durch die Moderne ins Bewusstsein gerückte Gestaltung
der Flächen in einem
präzisierten, von Überlegungen umworbenen Design, auch in der Plastik
anzuwenden. Verchromter Stahl mit seinem
Lichtschnitt, der reflektierenden Oberfläche, den marmornen Sockeln gehören
zum Materialbestand des Plastikers der
80er Jahre. Das kleine Format wird nicht verachtet. Sein Wissen um Raumgesetze und die
Linienhaftigkeit der
Zeichnung lassen auch Elemente des Industrial Design, ästhetische Ausgewogenheit und
puristische Massempfindung
in die Oberflächengstaltung einfliessen: Verchromtes, sei es Eisen oder Stahl, aber auch
geschmiedetes Eisen als
Relief, wobei Profil und Vorderansicht simultan zu wirken beginnen. Die Bronzen und Reliefs
weisen auf den
konstruktivistischen und kubistischen Anteil hin. Das Spielerische des Surrealen lässt
die Form zu figurativen Linien
greifen. Das Maskenhafte wie Picasso es sah, proklamiert von der Moderne im Schmelztiegel
primitiver und
abendländischer Kunstauffassung. Das Dynamische wird vom Leerraum eingepegelt. Die
asketische Zurücknahme auf
Senkrechte und Diagonale, Kante und Quaderung und die von der Materie bestimmte, aus
einem Stück von der
Schneidzange geschnittene Form, wird zum elementaren und mechanischen
Zusammenfügen einer in Teile zerlegten
Weltansicht. ek
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