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Toni Stadler

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Kopf des jungen Perikles
  
Eine klassische Bildhauerzeichnung von Toni Stadler: Kopf des jungen Perikles. Perikles war der erste Mann Athens, ein bedeutender Staatsmann im 4. Jh. v. Chr. Die Skulptur des Knabenkopfes findet sich im genannten Katalog, S. 105, abgebildet; ebenfalls die Lithographie Nr. 136, wie sie im Grafos-Verlag erschienen ist. Sie wurde vom Künstler mit weicher Lithokreide auf Umdruckpapier gezeichnet und von da auf Stein übertragen. Von 1964 datiert der Schmale Knabenkopf, der ein Geschwister dieser Lithographie sein könnte. Die Lider halten das innere Drängen des Auges fest gefasst, der Hinterkopf gleitet unmittelbar in den Hals über. Das gilt auch für die Mädchen und Frauenköpfe. Dort kommt eine modulierte, sehr skulptural empfundene Haartracht mit ins Spiel. Die bewusste Lichtmodulation ist in diesem Blatt ganz dem plastischen Volumen verpflichtet und als lebenshaltige Kraft empfunden. Von Perikles zu schwärmen (im andern Fall von den Najaden und Nymphen) oder von den Lichtvolumen und der bildnerischen Formbewältigung, bleibt hier freigestellt.
  

  
Sitzende Najade
  
Die Sitzende Najade ist eines der für Toni Stadler charakteristischen Motive: Ein zum Mythos gewordener Frauenakt, die Lehren Maillols wachrufend. Ein Blatt, das durch Farbe und durch die fliessenden Lichtquellen besticht. Passagen zu Goethes Faust legte Stadler einem seiner Projekte bei, Aglaïas Hegemonie und Euphosines Sang hörend, zur Anmut des Gebens, Empfangens und Dankens. Aglaïas Glanz, Ephrosynes Frohsinn und Thalias blühendes Glück verkörpernd, Eigenschaften, der Nymphen römischer Brunnen. Das bei Grafos erschienene Blatt gehört in diesen weiten Sinnkreis der Chariten, der Nymphen, Oreaden, Najaden und Dyaden und huldigt der Frau wie der Vegetationsgöttinnen.
  

  
Nymphe an der Quelle
  

Wer die Sinnlichkeit einer Skizze, die Unmittelbarkeit des Farbauftrags, die feine monochrome Modulation der Töne liebt, kommt bei dieser Lithographie Nymphe an der Quelle sitzend auf seine Kosten. Über dem Torso einer sitzenden Najade - einer Quellfrau - spielt der Tag.

Das Motiv geht mehrfach auch in die Plastik über. 1961 ist Stadler Ehrengast der Villa Massimo in Rom. Von hier kam der Impuls für den Entwurf der Frankfurter George-Marshall Gedenkstätte. Angeregt durch die römischen Brunnen, arbeitete Stadler an seiner Trias liegender weiblicher Gestalten: Wasserwesen, aus dem mittelmeerischen Geist geborene Quell-Nymphen. Die Oreaden, Najaden und Dyaden, das waren die Nymphen der Berge, des Wassers und der Bäume.

  
Letztes Update: 31.03.08;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

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