Volker Stelzmann
Das Angebots des Grafos Verlags
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Auferstehung |
1987/88 ist Stelzmann erstmals
Gastprofessor an der Frankfurter Städelschule, hier entstehen Lithographien
unter dem Titel Nachtprogramm. Auch Radierungen kolportieren
auf charakteristische Weise den akademischen Zeichner und auch sie verbergen
oft verhohlen kleine, spitze, Botschaften zum Zeitgeschehen. Der raffinierte
Zeichner fand damit auch in seiner Heimat Anerkennung, was sich auf Italien
übertrug. Die Malerei wird im Vorfeld in unzählige Skizzen und
Entwürfe eingebettet. Am klassischsten aber ist Stelzmanns Zeichenkunst
über die Druckgraphik zu erfahren, wovon die Radierung Auferstehung
1988/1989 im Grafos Verlag ein beredtes Beispiel gibt. Auferstehung,
ein Thema, das den Künstler lang beschäftigt hat. Stelzmann
ist ein agiler Zeichner, er paraphrasiert, verwendet Bildzitate, wie sie
unter den Meisterwerken der Dresdner Gemälde Galerie von de Robertis
Passionsszenen bis zu Correggios Manierimsen des 16. Jahrhunderts vorzufinden
sind, und Stelzmann integriert fast wie nebenbei etwas zeitgenössische
Vision. Der in Dresden geborene Künstler verschrieb sich einer disziplinierten
Auseinandersetzung mit dem traditionellen Vielfigurenbild, seine Lehrmeister
waren an der Leipziger Hochschule Meyer-Foreyt und G.K. Müller. Vor
dem Hintergrund der Dresdner Schule mit ihrer Sachlichkeit und dem gepflegten
Neuen Realismus (von Conrad Felixmüller und Willy Neubert bis hin
zu Werner Tübke) lässt sich Stelzmanns Kunst einordnen. Im Katalog
der Galerie Alvensleben München wird an Kreuzigungsszenen Stelzmanns
Auseinandersetzung nachvollziehbar. Man ist an Tiepolo, Caravaggio erinnert,
an Hochformate und Vielfigurenbilder zur Zeit El Grecos. Da sind Arbeiten
der 1980er Jahre in Tuschfeder laviert, die an Dürer gemahnen oder
an die Hell-Dunkel-Werte und Lichtführung bei Rembrandt. Bild-Zitate,
die auf Grünewald, Baldung Grien, Zurbaran, Lorenzo Lotto oder Raffael
verweisen. Das französische Arkadien des 17. Jahrhunderts bleibt
nicht unbesehen, und das 19. Jahrhundert mit Waldmüller, Feuerbach
und Leibl schimmert durch das Tuch hindurch, als hätte Vergangenheit
immer schon vitalen Anteil an der Gegenwart gehabt. ek
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