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Volker Stelzmann

Motto: Der in Dresden geborene stelzmann verschrieb sich einer Auseinandersetzung mit dem traditionellen Vielfigurenbild, das zeitgenössische verrät sich im Detail.

Zum Werk von Volker Stelzmann

1983 war erstmals im Lenbachhaus Malerei von Volker Stelzmann zu sehen, der Mut zur Ostkunst salonfähig gemacht für den Westen 'Kunst aus der DDR - ein Überblick'. Der Expressionismus war in der DDR verpönt gewesen, geduldet blieb die Neue Sachlichkeit. In Dresden, der Geburtsstadt Stelzmanns, arbeitete Erich Ockert, Rudolf Nehmer und Hans Körnig. Die Geschichte ist im Rückblick neu zu besehen. 1925 wurde in Mannheim der Begriff Neue Sachlichkeit bei einer Ausstellung proklamiert. Zeitgleich bildete sich in Dresden die 'Neue Gruppe von 1925', dazu gehörten Maler wie Guhr und Lührig. Otto Dix hat im Laufe der Zeit Vorbildcharakter angenommen.

1986 lebte Stelzmann noch in Leipzig , zum Reisen hatte er kaum Möglichkeiten, umso umwerfender die Italien Reise und die Erfahrung vor Ort. Aufbauten, Beleuchtungseffekte und Lokalfarben, das war es, was ihn interessierte. Er reiste die gesamte Skala italienischer Kunst ab, der er habhaft werden konnte, studierte die Kompositionselemente des Figurenbilds im Manierismus und der Renaissance. Doch wer genau hinsieht, erkennt den Mischling einer unmittelbaren Gegenwart: Punkers mit ihren Sonnenbrillen bei der Kreuzabnahme, die Randexistenzen der Systeme in Westberlin wie in Leipzig. Stelzmann versucht eine Art Spiegel vorzuhalten, auf die Gegenwartsszenen der Strasse wie auf die traditionelle Malerei reagierend. Die Bildstaffage gerinnt zum Gesellschaftsbild. Stelzmanns Motive umgreifen Eigenschaften der Frugalitäten wie der Gelüste, vom Selbstbildnis bis zur Prostitution, vom ideologischen Genrebild bis zur verkappten Illustration der Gegenwartsbefragung. Der Abschied von Leipzigfällt Stelzmann nicht leicht. In diese Zeit fallen Bildserien wie Versuchung, Werkstatt, Grabtragung und Auferstehung. Nun bekleidet er eine Stelle als Professor an der Westberliner Hochschule für Kunst. Ost-West sollten bald relative Werte werden, die Ideologien in anderem Licht besehen, die Grenzen fliessend. Grenzen zwischen den alten und neuen Meistern aufzulösen, Bilder von Jahrhunderten ineinander verschmelzen zu lassen, das ist Stelzmanns Kunst. ek

Letztes Update: 31.03.08;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

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