Salvator Dalí
Das Angebot des Grafos Verlages
| Die beiden Werkverzeichnisse
Löpsinger und Fields mögen genauestens zu den einzelnen Graphiken
leiten. Die im Grafos Verlag erschienen Blätter sind dort alle abgebildet.
Hier nur ein Überblick und eine Zusammenfassung, ohne Anspruch auf
Vollständigkeit: Jede einzelne Graphik zu kommentieren, ist in diesem
Rahmen nicht möglich, sind doch über ein halbes Hundert Graphiken
von Salvator Dalí im Grafos Verlag, unter der Ägide von Dr.
Friedrich Herlt (und noch in den Anfängen der 60er und 70er Jahre ausschliesslich
für den Ärztesammlerkreis) erschienen. Manche Blätter fehlen
hier bereits, da sie längst vergriffen sind |
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Eines der frühesten Blätter im Grafos Verlag
ist Dalís Spitzenklöpplerin,
Hommage an Vermeer, die Radierung wurde 1958 gedruckt.
Ein ungewöhnliches Blatt. Dalí hatte im buchstäblichen
Sinn mit experimentierender explosiver Technik gespielt und mit Sprengkörpern
eine erstaunlich klassische Wirkung erzielt. Es folgen Blätter aus
der Serie Fünf spanische Porträts von 1966,
darunter jenes von El Cid, Cervantes
und Don Quijote, Ritter, der mit Lanze und Schild seinen
Illusionen entgegenreitet. Es sind Kabinettstücke der Radierkunst
in kleinen Formaten, feinen Blau-, Braun- und Grau-Tönen. Zwei Jahre
später, 1968, erscheint Pegasus, das beflügelte
Pferd der Griechen und eine Radierung mit den berühmten weichen
Uhren der zerfliessenden Zeit und dann das weiche Telefon.
Das was zu den stabilen Einrichtungen zählt, schmilzt dahin, die
Realität beginnt zu wanken. Diese Vision wurde durch einen ganz profanen
Umstand beim Abendbrot ausgelöst und fand Eingang in viele Bilder.
Einer der Prototypen in Dalís Schatzkammer sind die Körper-Schubladen,
die marionettenhaften Stützen, die Heuschrecke, der Ritter und die
unverkennbare Landschaft. Die Bühne für die verwegensten Vorstellungen
des Tagträumers sind Felsen der Küstenlandschaft von Cataques,
die bizarren Steinformationen des Cap Creus. |
| Vesalius Gala Assumpta |
1973 die fragile Figur auf Krückenstelzen gestützt, wie der Papillon ans Leben gesteckt, Hommage à la médecine, Vesalius gewidmet, Leibarzt spanischer Könige, Begründer der modernen Anatomie. Die Krücke, das war für Dalí unter vielem anderen ein Sinnbild der Auferstehung. Wie heisst es in seiner Autobiographie, The Secret Life of Salvator Dalí, wenn er sich an das Kindheitserlebnis mit Dullita erinnert? 'Und dann sah ich, dass der Regenbogen ihres Lächelns über die ganze Entfernung der Krücke zwischen uns eine Brücke schlug.' Ebenfalls 1973 Gala Assumpta, in den Himmel hebt er sie, die schöne, angebetete Frau. 'Gala war der Engel des Gleichgewichts', so hatte er sie beschrieben. |
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Stillness of time, Die weichen Uhren aus der Time-Suite stammen aus den mittleren 70er Jahren. Diese farbig zarten Lithographien reflektieren Herzstücke Dalínischer Motive. Die Uhr wird auch in den Lebenszyklen Leitmotiv: Zu diesen Cycles of Life gehören Blätter wie das Angelus Läuten, eine Erinnerung, die auf die Kindheit in Figueras zurückgeht, La Rubia oder Vigor of youth sowie La mano. Das Aufgreifen von Klischees und das Einbetten in unerwartete Konstellationen gehörten zur schöpferischen Strategie des surrealistischen Künstlers, man mag sich hier auf Breton oder Max Ernst berufen.
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Für die Dalí
Retrospektive von 1978/79 entstand eine lebendig illustrative Auswahl
aquarellhafter Lithographien, u.a. der Path
of wisdom mit der Kopf-Schublade. Das Schubfach hat für
Dalí, wie man weiss, grosse Relevanz und zeigt sich in seinen berühmtesten
Bildern. An Happenings erinnernd und aus der Seelentiefe auftauchend das
Motiv The flowering of Inspiration, Gala en fleurs.
Das Blatt The Agony of love mit dem Einhorn lässt
Mythos, Lebensgeschichte und Traumbild aufleben. Der Zyklus Les
Amoureux aus demselben Jahr knistert vor Begegnung: die berühmten
Liebenden aller Zeiten, von Adam und Eva angefangen bis zu Lancelot und
Guinevere und Anthony
and Cleopatra, sowie Cleopatras königliche Hochzeit. 'Auch
ich war', hatte Dalí geschrieben, 'wie sie alle wissen ein König.'
Die reitenden Paare Woman
leading horse und Das Pferde Mädchen,
erinnert an spanische Festauftritte der Infantin, bekränzte Frauen
und Chevaliers. Diese Druckgraphiken wirken wie Gemälde.
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Die Geburt der Venus Himmelselephant |
Eine Folge einzelner Blätter
mit berühmten Dalínischen Motiven sind Die
Geburt der Venus, Der
Himmelselephant, Daphne
I und Daphne II
(in der Gestalt wir auch Gala vermuten dürfen), sowie Cap
de Creus.
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Die Freuden des Bacchus Printemps de Gala |
Hierzu gesellen sich Die Freuden des Bacchus, 'jene saftvolle Weinlese unserer Leidenschaften'; dann Die Fleurs surréalistes (Flowers for Gala) und Printemps de Gala, besonders aber die Lithographie Surrealistischer Reiter - Huldigung an Velasquez' . 1979 entsteht unter demselben Motiv die Radierung A Jinete, eine vehemente, bravoureuse, monochrome Zeichnung. Es sind dies alles Lithographien, die mehr oder weniger nach Original-Gouachen auf Stein umgesetzt worden sind, so auch The Doctor und The Dentist.
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| Jinete Der Chemiker Der Gastronom |
In diesselbe Zeit (1979) fallen Die
Professionen, im Angebot sind Der
Chemiker und Der
Gastronom. Die Spontaneität der Gouachen und Aquarelle
spiegelt sich darin. Mythos und Profanität vermengen sich, von den
griechischen Themen bis zur spanischen Sardana, Odysseus
kehrt an allen Küsten wieder, und auch Don
Quijote von la Mancha ist nicht an Grenzen gebunden, ihm
öffnen sich die Herzen überall. Zu Don Quijote
entstand eine humorvolle, burleske Radierfolge. Im Grafos Verlag ist die
Serie von 16 Blättern erhältlich und auch die Einzelblätter
sind zu haben wie im übrigen alle Blätter einzeln angeboten
werden. Lebhaft bebildert Dalí Cervantes' Geschichte. Don Quijote,
der wie wenige Gestalten der Literatur populär, ja zur Legende und
zum Seelenbild geworden ist. Zusammen mit seinem ihm ganz unähnlichen,
aber treuen Begleiter Sancho Pansa, bilden sie die zwei unheiligen Heiligen
Spaniens. Weder das Ross Rosinante noch Lady
Dulcinea von Tobose darf fehlen, wenn Don Quijote auftritt.
Der auch im Scheitern standhafte Ritter, der seinen Idealen und Halluzinationen
Verpflichtete, Idealist, Kämpfer und Phantast.
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Und zuguterletzt die Buch-Kassette
Dix Recettes d'immortalité. Zehn Rezepte der Unsterblichkeit,
der Griff ein silbern-goldener Telephonhörer, verführt zur Frage:
ob ein Anruf genügt? Elf Kaltnadelradierungen mit Heliogravuren,
zum Teil farbig, 1973 gedruckt. Allein die Bildtitel sind verschroben
genug, um zu vexieren. Ein Aphrodisiakum, das mit Vorsicht genossen sein
will, und wie es im Kommentar heisst: 'erdacht, gezeichnet und geschrieben
von S. Dalí in Port-Lligat, Paris und New-York 1971-1972'.
Mensaje de Hispanida
ein Reiterrelief in Silber gegossen mit Prägesignatur: Salvador Dalí,
1974, ebenfalls im Angebot des Grafos Verlages, das Objekt wird im Rückblick
zur Ehren-Medaille für einen spektakulären grossen Künstler.
ek
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