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Corominas Montserrat Gudiol

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Maternità
  

Maternità betitelt sich die Farblithographie der in Katalonien beliebten, heute dem Realismus verpflichteten Malerin Montserrat Gudiol. Erschienen ist das Blatt in der namhaften Edition der Sala Gaspar, Barcelona, für die Drucklegung ein Gütesiegel. Diese Mutterschaft bringt die Selbstbewusstheit der Frau zur Geltung, im Glück wie in der Melancholie. Gudiol als Vertreterin einer gepflegten katalanischen Kunstrichtung, die sich wie in dieser Druckgraphik an Picassos früher Blauer und Rosa Periode orientiert hat und wie diese an die katalanische Gotik anklingt und weiche Züge des Manierismus einbezieht. Einflüsse von der Malerei Pere Gastós spielen mit. Montserrat Gudiols Vater war Kunstwissenschafter und Sammler, und so wuchs sie mit der Kunst auf. Das Sanfte ist zugleich gepaart mit einer ausgewogenen Distanziertheit und Kühle, was sich sich auch in der Technik, die keine Heftigkeiten zulässt, spiegelt. Das Silber des Graphitstifts, des Bleistifts und die leichte Farbgestaltung des Hintergrunds, welche die Zeichnung lasierend in die Malerei hinüberträgt, heben die Emotion in ein ausgeglichenes Licht. Es ist dies ein typisches Blatt für das naturalistische Genre der 80er Jahre. J. Corredor-Matheos schreibt über diese subtile Verwandlung in seiner Monographie (Edition Sala Gaspar, 1986).

Hauptmotive der Künstlerin sind das Paar, Mann und Frau, die sinnende, in Gedanken versunkene Frau. Über allem ein Schleier sanfter Melancholie, und auch die pastellene Farbwahl, kühles Rosa, Lila, violette, blaugraue, silberne Farbtöne sind Ausdruck davon. Ockerfarbene Akzente bilden die Wärmespeicher. Gudiol zeigt die Gesichter meist im Profil oder Halbprofil. Feine Lippen, leicht nach unten geschürtzte Mundwinkel, gesenkte Augenlider, ein asthenischer Körper kennzeichnen ihre klassische Bildwirklichkeit. Die Figuren sind sichtlich in Schweigen gehüllt, und wer Montserrats Gudiols Erscheinung auf der Photographie betrachtet, erkennt, wie sehr sie selbst diesem Erscheinungsbild gleichkommt. Etwas fremd wie ihre Figuren tritt sie im Bild vor ihr Atelier, das einem geschlossenen Gartenhaus gleicht. Im Garten eine Staffelei. Die Malerin steht mit verschränkten Händen auf der Schwelle, in hochgeschlossener Bluse und knöchellangem Rock, den Blick in sich gekehrt, unwirklich wie die Gesichter in ihren Gemälden, reglos, eine Form der Entrücktheit, der einsamen Versenkung. Über ihr persönliches Leben schweigen sich die meisten Publikationen aus. Montserrat Gudiol eine der wenigen Malerinnen in dieser Kollektion. ek  

  
Letztes Update: 04.06.09;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

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