Grafos Home Künstlerliste Graphikliste Roger Loewig Sein Schaffen Kommentare zur angebotenen Graphik


Vorheriger Künstler (Ramon Llovet) Nächster Künstler (Juan Miró)

Roger Loewig

Biographische Notiz

Der Maler und Lyriker Roger Loewig wurde 1930 in Schlesien geboren. Als Kind erlebte er in der niederschlesischen Provinzstadt Oels den Anfang des Krieges, die Besetzung Polens, kurz vor Kriegsende Einberufung zum Panzergräbenbau in die Wartheniederungen bei Lodz; halb noch ein Kind, 16jährig, bleibt er traumatisiert vom Ekel der Kriegserlebnisse und den Aufdeckungen der Kriegsgreuel. Die Landstrassen werden sein Zuhause. Hinter ihm unregelmässige Schulbesuche, Versuch der Wiederaufnahme des Studiums, was befristete Aufenthaltsgenehmigungen, mangelnde Zeugnisse verhindern. Loewig beginnt zu schreiben, zu malen, zu zeichnen. Von 1954 bis 1964 Lehrtätigkeit an Ost-Berliner Schulen.

1965 erste Lithographien; 1966 Mitglied im Verband Bildender Künstler Deutschlands (damalige DDR), freiberuflich Maler und Graphiker. 1967 Antrag auf Ausreise aus der DDR. 1972 genehmigte Übersiedlung nach Berlin (West). 1973 Reisen durch Europa, Gast in der Villa Massimo in Rom. 1976 Beginn der Arbeiten an Radierungen, Stipendium der Aldgrever-Gesellschaft. Goya Medaille der Stadt Antony. 1981 Ehrengabe des Lovis-Corinth-Preises. 1986 Schenkung von 10 Arbeiten an das Nationalmuseum Warschau. Die Druckgraphik und die Zeichnung bestimmen Roger Loewigs künstlerisches Werk bis heute. Die Motive kreisen weiterhin um die Verarbeitung des menschlichen Bedrohtseins, Trauerarbeit, die Kriegsschrecken, der Holocaust, das Flüchtlingsdasein. Die früh erlebten Landschaften bilden den visionären mitversehrten Hintergrund. Das Zugvogelmotiv sowie Ikaros werden zu existentiellen Signalen. Die Bäume am ausgebrannten Horizont zu ringenden Gebärden der Ohnmacht. Es entstehen parallel zu den graphischen Folgen Gedichtszyklen und lyrische Texte, u.a. Zugvogeldasein, Dunkelland. ek

(*) Literatur-Hinweis:
Roger Loewig. Handzeichnungen 1954-1980. Herausgegeben von Werner Timm, Propyläen Verlag 1981;
Roger Loewig. Zeichnungen und Lithographien. Katalog der Berlinischen Galerie 1988;
Roger Loewig. Katalog des Nationalmuseums Warschau 1986

(*) Anmerkung:
Literatur-Hinweise sind nicht in Rangordnung zu verstehen, sondern als von der Autorin mitreflektierte Publikationen.
Werkverzeichnisse, bzw. Oeuvrekataloge sind, wenn bekannt, genannt und korrespondieren mit den Angaben, die dem Verzeichnis beigegeben sind.

Letztes Update: 31.03.08;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

Vorschläge, Kritik und Anmerkungen bitte an: !