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Henry Moore

Motto: die unerschöpfliche Tastatur einer Werkvision im Spiegel der Druckgraphik eines grossen Zeichners und Plastikers: Henry Moore

Zum Schaffen von Henry Moore

Der Kubismus hatte auch die plastische Vorstellung umgewälzt. Von Picassos Collage-Reliefs und Archipenkos Skulptomalerei, von Hans Arps Reliefs und spätern Rundplastiken um 1930 und Calders irritierenden Mobiles ist es nur ein kleiner Schritt zu Moores abstraktem Vorstoss in die räumlich-plastische Durchdringung Es war der Augenblick zu einer Synthese zu gelangen. Moore ist sie gelungen. 1941 findet sich folgende Überlegung in seinen Schriften: 'Der sensible Betrachter und Plastiker muss ebenfalls lernen, Form einfach als Form zu erleben, nicht als Beschreibung oder als Erinnerung an etwas', und an anderer Stelle: Die auffallendste Eigentümlichkeit aller primitiven Kunst ist ihre starke Lebensfülle. Sie zeigt Kunst als universaler ununterbrochener Vorgang, in dem es keine Trennung zwischen Vergangenheit und Gegenwart gibt. Jede Kunst hat die Wurzeln im Primitiven....' Moore erkannte sein Thema in den frühen Kulturen der Azteken und Sumerer wie in der jüngsten Moderne, in Paris bei den Surrealisten und Kubisten: das Thema hiess für ihn Masse und Raum. Ein lebenslängliches Unterfangen: die Leere als Equivalent des Volumens.

Moores Auseinandersetzung mit der Figur hatte bereits zur Ausbildungszeit begonnen. Das British Museum bot Anschauungsobjekte genug. Moore hatte noch den 1. und dann den 2. Weltkrieg miterlebt. Er war beidemal nicht unverschont geblieben. Doch als Brite nicht veranlasst Europa zu verlassen, blieb ihm das Exil erspart. Seine künstlerische Vision, plastisch wie zeichnerisch, vermochte er trotz des Krieges weiterzuentwickeln, davon sprechen eindringlich die Tunnelschutzzeichnungen.

Das graphische Schaffen

Kolossal ist der zeichnerische Fundus. Während seines Wirkens als Plastiker griff Moore vor und zurück, ablesbar auch an seinen Zeichnungen und an seiner Druckgraphik. Moore war ein Meister des Kupfer- wie des Steindrucks. Für beides hatte er sich in den 60er Jahren in Much Hadham seine Druck-Werkstätten eingerichtet. Er zählt heute zu den wichtigsten Zeichner und Plastiker seiner Zeit. ek

Letztes Update: 04.06.09;
© Texte von Evi Kliemand, 1998-2004. © by Grafos Verlag AG, 1998-2004

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