Peter Paul
Das Angebot des Grafos Verlages
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Venezianische Impressionen Römische Skizzen Kolosseum Forum Romanum |
Vier Farblithographien von Peter Paul liegen im Grafos Verlag vor, gedruckt wurden alle in der namhaften Druckerei Matthieu AG, Zürich/Diesldorf. Alle vier Blätter, so unterschiedlich sie auch sind, kreisen um ein Thema: die italienische Stadt und ihre historischen Denkmäler. Es sind Blätter einer frühen Arbeitsphase, auf unterschiedlichen Entwurfstechniken aufgebaut. In allen die Reihung und Staffelung der architektonischen Elemente, aus allem verrraten sich der technische Zeichner, das architektonische Zitat, die Planzeichnung und archäologische Fragmentierung. Venezianische Impressionen, gedruckt 1974, gehört in den Umkreis der Blätter nach Francesco Guardi. Die Spritztechnik des Entwurfs greift die Körnigkeit des Steins auf. Der Traum eines Architekten: das Blatt Römische Skizzen ist in weichen samtenen Blau- und Braun-Klängen bis zum Blattrand komponiert: im Aufriss ersteht das Kapitol. Vom Plan ersteigt das Gebäude in seinen Fragmenten neu, das Auge schweift durch Wandelhallen. Das Kolosseum (Goethes Reise nach Italien nachvollziehend) verführt dazu, nach Goethes Notizen zu greifen. Im Kolosseum wird der Kreis zum Krater, zum Feuerofen der Macht, zur bannenden Umgürtung. Das Gebäude wird zu einem Hohlkörper, der aus dem Nichts in den Himmelsraum wächst. Ein Blatt, das modern, dekorativ und plastisch wirkt und in warmen südlichen Farben gehalten ist. Aus der Reihe tanzt der dreifarbige Steindruck zum Motiv des Forum Romanum. Als wäre das Bruchstück der Ruine aufs Papier gepresst worden und dort zur blossen Spur geronnen, oder als hätte sich das Gebäudefragment unter Putz verborgen, eingepackt im Papier der Zeit. Bis zum Rand abfallend hat der Künstler auch hier das Blatt komponiert. Eine Lithographie, die zerknülltes Papier (man denkt an Christo), kaschierten Karton zum optischen Ausgangspunkt nimmt. Der Original-Steindruck Forum Romanum greift eine Gestaltungsart auf, die Peter Paul in den 70er Jahren schon auf Leinwand pflegte. Die Faltung, der Wurf des Tuchs, war ihm dort Gestaltungsmittel geworden. Er überzieht fortan Bildträger mit gefaltetem, gewelltem Papier. So heisst 1972 ein Bild 'Raffaello imballato', der umwickelte, eingepackte Raffael. Peter Paul verfremdete seine Architekturen, was auf seine Lithos abstrahlte, andererseits griff er altmeisterliche Stiche und Zeichnungen auf, arbeitete mit Bildzitaten und Paraphrasen. Zwar bleibt er der Bleistift-Zeichnung und Temperamalerei auch später treu, doch die Entwicklung trieb den Künstler sich fortan neue Wege zu erschliessen. ek |
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