Antoni Saura
Das Angebots des Grafos Verlages
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Die drei Farblithographien (1996 für den Grafos Verlag gedruckt) versetzen einen mitten ins Werk des grossen Malers. Die Motive sind charakteristisch und stehen für umfassende Bilder-Zyklen: der Caballero, die Infantin und in der Vertretung des Klerus: Obisbo. Persiflagen, heimliche und offensichtliche Karrikierung der Obrigkeit, Instanzen werden aufs Korn genommen bis hin zur geschichtlich geprägten Idealfigur des Edelmannes, des Rittmeisters und Caballeros, der Prinzessin, der Königstochter, der Infantin, des Klerus, was das Porträt des Weihbischofs, des Obispo, deutlich macht. Dem Klerus hat Saura eine ganze Graphikreihe gewidmet, die buchstäblich und nicht von ungefähr im Schwarzen mündet. Saura malt Porträt um Porträt. Das Portrait des Caballero kommt dem Gemälde von Philippe II aus dem Jahr 1989 sehr nahe. Hier wie dort die Kopfbedeckung, das langgezogene Gesicht. Die Porträts imaginaires von Philippe II, eine monströse Wirklichkeit und Allgegenwart spanischer Geschichte: Felipe II - de Sanchez Coello. Die kritische Porträtmalerei hatte in der spanischen, höfischen Kultur Tradition. Was auf anderer Ebene der Hofnarr zu erledigen hatte, übernahmen, wenn oft auch verhohlen die vom Hof geladenen Maler. Es waren nicht selten die besten. Weder Velasquez noch Goya entzogen sich ganz der Aufgabe eines kritischen Blicks. Die Wahrhaftigkeit ging bis hin zur Blossstellung, der höfischen Gesellschaft. In diese Reihe stellt sich Saura unter anderem auch als ein scharfer Kritiker des Franco-Regimes. Anfangs 1960 entstehen grossformatige Gemälde zur Infantin. Zu einem von Sauras Infantinnen-Porträts kommentiert ein Text: 'We are shown a fragile and delicate princess of the Spanish court of the House of Austria.' Die Infanta und der Caballero gehören als Erscheinung zu den spanischen Festen, und in der Volkskunst - nicht nur in den frühen andalusischen Romancen und Corridos des Flamenco wurde die Prinzessin besungen und zelebriert. Ihr Auftritt war der eines Idols aus Macht und Liebreiz. Sauras Porträts sind so dramatisch wie entlarvend, sie bilden ein organisches Kontinuum. Das zeigt sich umfassend an den Porträtzyklen der Damas mit den poetischen Frauennamen bis hin zu Brigitte Bardot und Dora Maar, von den Porträts imaginares eines El Greco, Tintoretto, Franz Hals, den zahlreichen anonymen Bildnissen bis hin zu Goya und den erschütternden Porträts von Goyas Hund und des Ecce Homo der Kreuzigungsszenen. Und schon sind wir im Herzen der Porträtkunst. Das Porträt mit der Maske einer Identität, worunter sich das wirkliche Wesen zu verbergen weiss. ek |
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