Antoni Tàpies
Biographische Notiz
Antoni Tàpies wurde am 13. 12. 1923 in
Barcelona geboren. Heute ist der Katalane einer der bedeutendsten zeitgenössischen
Maler. Ausgehend
von surrealistischen Anfängen wird er zum Vorstösser für Informel,
Konzeptkunst und die Arte Povera. Tàpies verfolgt eine eigene
unverwechselbare Bildsprache: eine Malerei aus Zeichensetzung und Spurensicherung,
Reduktion und Assemblage. Der Weg von Antoni Tàpies
beginnt mit einem Jurastudium. Ein Herz- und Lungenleiden macht 1942 den
Sanatoriumsaufenthalt im Gebirge nowendig. Tàpies beginnt zu
zeichnen. Kurzer Besuch der Kunstakademie Nolasc Valls. Ab 1946 widmet er sich ganz der
Malerei, und gibt das Jurastudium auf. Atelier in der
Calle Jaime in Barcelona. 1947 lernt er den Dichter Joan Brossa und den Sammler Joan Prats
(Freund Mirós) kennen. Dau al Set wird gegründet.
Erste Ausstellungen. Stipendium der französischen Regierung: Jahresaufenthalt in Paris.
1950/51 Auseinandersetzung mit dem aufbrechenden
Tachismus und der informellen Malerei. Reisen in die USA. 1953 erste Bilder mit pastosem
Farbauftrag unter Beigabe von Zement und Sand;
1954 lernt Tàpies den Schriftsteller Michel Tapié kennen. Das Durchstechen
und Zerschneiden des Bildträgers wird Signal, führt zum Skandal.
Der Schritt in den Raum vom Gemälde zum Objekt ist vollzogen und die konzeptuelle
Kunstrichtung initiiert. Bald verwendet Tàpies Karton,
Schnüre, ungewöhnlich ärmliche Materialien für seine Buchsuche,
die Arte Povera findet zu ihren ersten Werken. Zur selben Zeit, 1959, ediert
die Sala Gaspar Barcelona erste Lithographien des Künstlers. Das druckgraphische
Oeuvre wird zu einem wichtigen Medium. In der Lithographie
wie in der Radierung zeigen sich die elementaren Ausformungen der Malerei, die dunklen
Gründe, Prägungen, Spuren, aber auch klassische
Zeichen, Chiffren und Buchstaben. Tàpies setzt sich mit seinem Schaffen betont
für die Freiheit der künstlerischen Sprache wie für die Freiheit
Kataloniens und seiner Kultur ein. Die biographischen und kunstkritischen Schriften sind ein
lebendiges Dokument Tàpies' geistiger Haltung und
gehören zu den profiliertesten Künstlerschriften unserer Zeit und sind zugleich
ein Herzstück katalanischen Geisteslebens (vgl. Editionen Erker
Verlag St. Gallen). Ausstellungen in aller Welt, Ehrungen und Preise bestätigen das
Werk. 1987 gründete der Künstler die Fundació Antoni
Tàpies in Barcelona mit ihrem geräumigen Museum und der ostasiatischen
Bibliothek. Die Stiftung ist Herausgeberin der Werkverzeichnisse und
Schriften des Künstlers und unterhält eine eigene Druckwerkstatt. ek
(*) Literatur
Hinweis:
Barbara Catoir: Gespräche mit Antoni Tàpies
mit einer Einführung zum gesamten Werk. Prestel Verlag 1987;
Antoni Tàpies gesammelte Schriften übersetzt
aus dem Katalanischen im Erker Verag St.Gallen:
Die Praxis der Kunst (erschienen1976/1981);
Kunst kontra Ästhetik (1983)/1994);
Erinnerungen I/II (erschienen 1988);
Kunst und Spiritualität (1993);
Die Wirklichkeit als Kunst (1995);
weitere Referenz:
Katalog Antoni Tàpies. Arbeiten 1947
- 1988. Kunstverein Bayreut. Dorothea van der Koelen Verlag - Mainz 1990.
Werkverzeichnis:
Mariuccia Galfetti: Tàpies. Das graphische
Werk/L'oeuvre gravé 1947-1972 und 1973-1978. Erker-Verlag St.Gallen 1975
(1990) 1984
Werkverzeichnis in drei Bänden bis
1975: Anna Agustí: Tàpies. The complete Works. Fundació
Antoni Tàpies/ Edicions Polígrafa S.A., Barcelona
(*) Anmerkung:
Literatur-Hinweise sind nicht in Rangordnung
zu verstehen, sondern als von der Autorin mitreflektierte Publikationen.
Werkverzeichnisse, bzw. Oeuvrekataloge sind,
wenn bekannt, genannt und korrespondieren mit den Angaben, die dem Verzeichnis
beigegeben sind.
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